Kläranlage Annaburg

Kläranlage Annaburg

Taucher im Klärbecken – Spezialeinsatz auf der Kläranlage in Annaburg und Prettin

Ihr Einsatz ist aufwendig und sehr anspruchsvoll. In Abstimmung mit der Stadt Annaburg kamen sie jetzt für
eine Reinigungsaktion auf den Kläranlagen Annaburg und Prettin zum Einsatz: die Industrietaucher. Ein Team
von Spezialisten, die ohne Sicht und nur durch Funkkontakt mit der Außenwelt verbunden in das Klärbecken
abtauchen. Mitte November wurden diese Reinigungsarbeiten durchgeführt.
Bei einem solchen Einsatz müssen strenge Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. So besteht ein
Taucherteam immer aus drei Personen. Ein Mann geht ins Wasser, ein zweiter sichert den Taucher, ein dritter
hält Funkkontakt.
Der Einsatz der Spezialtaucher will zudem gut vorbereitet sein. Denn für eine bestimmte Zeit muss der
Kläranlagenbetrieb ruhen. „Das ankommende Abwasser wird dann in der Kanalisation zurückgehalten und
anschließend – nachdem die Arbeiten beendet sind – auf der Kläranlage wie gewohnt behandelt“, schildert
Marko Hahn, beim Betriebsführer MIDEWA Leiter des Dienstleistungsbereiches. Die Unterbrechung sei auf
wenige Stunden beschränkt. Wenn die Spezialtaucher ihre Arbeit erledigt haben, berichtet Hahn, sei die
Anlage sofort wieder betriebsbereit. Ein großer Vorteil. Würde man das Klärbecken komplett entleeren müssen,
um – wie beim Einsatz der Spezialtaucher erfolgt – zum Beispiel die Funktionstüchtigkeit der im Abwasser
befindlichen Einbauteile überprüfen zu können, gingen insgesamt mehrere Tage ins Land. Der Aufwand wäre
entschieden höher.
„Im Ergebnis des Spezialeinsatzes können wir sagen, dass die Kläranlagen in einem guten Zustand sind, aber
nach 20 Jahren Betriebsdauer auch einige Reparaturen und Erneuerungen anstehen“, informiert Hahn. Die
Betriebssicherheit der Anlage konnte durch die Arbeit der Taucher wieder verbessert werden. Starke
Verzopfungen, die sich an den Einbauten über Jahre festsetzen und somit die optimale Belüftung des
Abwassers stören können, wurden entfernt.
Dass sich solche Verzopfungen über eine lange Zeit bilden, sei kaum zu verhindern. Doch MIDEWA-Mitarbeiter
Marko Hahn appelliert an jeden Einzelnen, die Toilette nicht als Mülleimer zu nutzen. Vor allem Feuchttücher,
Mikrofasertücher, Hygieneartikel und Haare würden sich zu jenen zopfartigen Gebilden vereinen und in
Kombination den reibungslosen Betrieb von Pumpwerken und Kläranlagen erschweren.